Test: Sunset Overdrive [Xbox One]

Test: Sunset Overdrive16. November 2014 - Sunset Overdrive - Spieletest (XBOX ONE)
Sunset Overdrive wurde und wird von Microsoft bzw. dem Entwickler Insomniac Games gerne als Systemseller beworben. Die Bilder, Videos und die ganze Reklameindustrie arbeiten auf einen Ausverkauf hin, sogar Konsolenbundles sind am Start. Ist die Frage ob das ganze overhyped wurde (wie auf vielen Seiten zu lesen war) oder nicht.

 

„Alter, ist das bunt und grell.“

Ja ist es. Das Spiel will dir von Sekunde eins an, wenn du schon die Verpackung in die Hand nimmst sagen: ich bin ein gottverdammtes Videospiel, nimm nichts davon ernst, ich bin superlustig und hier geht’s um den Spaß und Spielfreude und Gegner platzen lassen, SPIEL MICH JETZT. Startest Du das Spiel dann, stellst Du fest es geht genauso bunt weiter. Charakterauswahl steht an und auch hier wird Dir klar es soll nicht nur um Spaß, sondern auch um übelsten Style gehen. Was darf es sein? Männlein, Weiblein, in welcher Körperform, welches Gesicht und welche Klamotten und und und..

 

„Also ein überdrehter/verrückter Style Shooter, klingt ja sehr japanisch so Suda51 artig“

Jau und weil der Anfang schon wirkt wie das uneheliche Kind der 80er mit Bayonetta oder der Dame aus Lollipop Chainsaw mit ein bisschen der Dame aus Wet (der Grindhouse 3rd Person Shooter, nicht das Sexy Empire), habe ich mich entschlossen einen ebensolchen weiblichen Charakter zu erstellen, der exakt in dieses Schema passt. Da ich schon die oben drei genannten Spiele gern mag. Verrücktes Setting, überzeichnete Charaktere, bin ich dabei. :-D Shorts, Jeanshemd, bunte Wuschelhaare damit geht’s in die Schlacht.

 

„Gott ist das wirr, ich habe Angst nach der Story zu fragen..“

Firma produziert Energydrink, der ungetestet auf eine Stadt losgelassen wird, alle die Ihn trinken verwandeln sich in OD (overdosed dudes). Da meine Dame, aber mit Müllsammeln und Videospielen beschäftigt war und Sie eh schon als Antiheldin ausgelegt ist, hat Sie nichts davon getrunken und ist wie ein paar Teile der Bevölkerung normal geblieben. So normal wie man in der Apokalypse sein kann, jetzt-ist-auch-alles-scheißegal-dann-mal-komplett-freidrehen-und-OD-wegballern-normal eben. Das ganze passiert in einem Open-World-Szenario mit ziemlich verrückten und übertriebenen Waffen TeddyBärBombenWerfer um eine von vielen zu nennen. Dieses Waffen können gelevelt und verbessert werden, so wie wir auch ein bisschen. Und dann geht es los auf Rails grinded, übertrieben hoch hüpfend (Mordors Schatten ist nichts dagegen) sich durch die kunterbunte Welt zu kämpfen. Und hier könnte auch der Text aufhören. Denn mehr ist erstmal nicht.

 

„Ähm, ich will aber noch weiterlesen“

Na gut, dann mal noch Obacht gegeben. Die Steuerung funktioniert echt gut, das Schlittern auf den Rails auch, die Gegner platzen ziemlich lustig in orange und unsere Heldin flucht derzeit immer vor sich hin. Übertrieben, bunt, soweit so toll. Aber ich hab echt ein Problem mit dem Spiel. Denn es nimmt den „ich bin ein Videospiel, nimm mich nicht ernst, ich mach nur Spaß“ Charakter zu ernst und überanstrengt das dermaßen und reibt es mir alle 2 Sekunden nochmal zusätzlich ins Gesicht, auch wenn mir es schon klar ist, und das ist störend. Ich will mich da mal kurz erklären: Bayonetta und Lollipop Chainsaw als Beispiel, die sind auch bunt und überdreht und verdammt gut. Sunset Overdrive dagegen bzw. unsere Heldin oder ihre Helfer kommentieren das Geschehene auch noch mit so Sätze „wenn das jetzt ein Videospiel wäre“ „in einem Videospiel könnte man“ „wenns nicht klappt machs nochmal, ist die Apokalypse“.

Ich weiß, wenn ich ein Spiel spiele, das auf lustig/übertrieben gemacht ist, dass ich erwarten kann, dass es bunt wird und ich hoch springen und generell der Physik den Mittelfinger zeigen kann. Das ist gut so, ansonsten könnte ich ja auch ein ernsteres Spiel spielen. Soweit so gut. Ich möchte dabei aber nicht noch in den Off-Stimmen drauf hingewiesen werden und/oder das durch mittlere bis schlechte Sprüche und moderene Popkultur Assoziationen ins Gesicht reingedrückt werden. Da passiert nämlich, dass der Spaß verloren geht oder Einbußen hinnehmen muss. Selbstironie sollte gezielt gesetzt werden und nicht das einzige sein. Und es lässt sich nicht alles mit „da ist aber Overdrive im Spielnamen“ erklären, bzw. es ist halt ein Videospiel.

 

„Hätte ich mal nicht weitergelesen“

Das Gute ist aber, das Spiel funktioniert und macht halt schon auch Spaß, die Steuerung einwandfrei, die Grafik Comic-haft wunderschön, bunt und zum Spiel passend. Der Soundtrack bringt Spaß und ist ziemlich gut und abwechslungsreich, die „Geschichte“ sinnlos verrückt. Charaktere überzeichnet bis zum Anschlag. Ne ziemlich verrückte Achterbahnfahrt. Ist es also overhyped? Nein, würde ich nicht sagen, denn es ist immer noch gut.

Es ist eine neue IP (Intellectual property) und ich find es gut, dass die direkt als AAA Xbox One only Game rauskam. Ich finde es wunderbar übertrieben, bis zu dem Punkt wo es anfängt das mit der Selbstironie zu tun. Da hat sich jemand wohl gedacht, wenn übertreiben dann alles. Ich weiß allerdings nicht, ob sich da Insomniac einen Gefallen damit getan hat, oder ich einfach nur überempfindlich bin. Kaufempfehlung aus der Kalten heraus - nicht sofort. Ich denke das Spiel sollte von jedem Interessenten erstmal mit der Demo angetestet werden. Wo landet jetzt also dieses mich zwiespaltende Spiel prozentual? 85%

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 Publisher: Microsoft Studios

Hersteller: Insomniacgames

 

Test zu Sunset Overdrive (Xbox One) geschrieben am 16. November 2014 von Der_Jo

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